Liebe Anstandsrhetorik, du bist der Koriander der Kommentarspalten 🥬
Ein Plädoyer für Selbstliebe, Freiheit und den richtigen Umgang mit Moral

Kontext:
Dieser Text ist eine Antwort auf einen Kommentar des Redateurs Michael Brenndel der Heidenheimer Zeitung, vom Mittwoch 04.03.2026
Liebe Anstandsrhetorik der Lokalredaktion,
du bist so etwas wie der Koriander des Meinungsaustausches. Entweder man kann nicht genug von dir kriegen – oder du sorgst schon in homöopathischen Dosen für Würgereflexe. Dein Kommentar zum „Fickt euch doch alle“-Plakat hat uns köstlich amüsiert. Da wird im Rückblick von Joschka Fischers Turnschuhen und Schröders krawattenlosen Auftritten geschwärmt, um sich als besonders „liberal“ zu inszenieren. Schön, dass ihr euch heute – mit 40 Jahren Sicherheitsabstand – so mutig fühlt.
Aber ein „Fickt euch doch alle“ auf Regenbogenhintergrund? Da wird’s plötzlich Zeit für die kleine Moralpredigt im Lokalteil und das Bild von „faulen Eiern“.
„Inhaltsleere“ auf dem Plakat oder im Kopf?
Besonders fasziniert hat uns der Vorwurf, wir böten „geballte Inhaltsleere“. Das ist eine interessante Diagnose von jemandem, der sich in seinem Text mehr Gedanken über Krawattenpflichten der 80er-Jahre macht als über die realen Probleme von 2026.
„Der Autor dieses „Ungelesenen“ sieht sich aufgefordert, mal über den Tellerrand hinauszublicken. Tut er – und sieht: nichts.“
Liebe Redaktion, wenn ihr über den Tellerrand blickt und „nichts“ seht, dann liegt das vielleicht weniger an unserem Plakat, sondern eher daran, dass ihr bei eurem Blick über den Tellerrand den Kaviar der Milliardäre, die explodierenden Mieten und die soziale Kälte einfach übersehen habt. Vielleicht ist die Brille beschlagen vom eigenen Anstand?
Wer beim Blick über den Tellerrand nur ein Wort sieht, aber die soziale Realität dahinter ausblendet, leidet vermutlich unter einer selektiven Wahrnehmungsstörung. Wir sehen unser Plakat keineswegs als „Inhaltsleere“, sondern als radikale Antwort auf eine Politik, die uns seit Jahren mit Fake-Liebe und Worthülsen einlullt. Unser Inhalt ist: Selbstliebe. Sexuelle Selbstbestimmung. Freiheit für alle. Jeder soll machen, was er will, solange niemandem dadurch geschadet wird.
Die wahre Inhaltsleere finden wir woanders: In Talkshows, in denen Milliardäre uns Verzicht predigen, während sie im Privatjet zum Klimagipfel fliegen. In Wahlprogrammen, die „Leistung“ fordern, aber zulassen, dass Erben von Milliardenvermögen weniger Steuern zahlen als die Reinigungskraft im Rathaus Heidenheim.
Was sind echte moralische Entgleisungen?
Während man sich in der Redaktion über fünf Buchstaben echauffiert, spielen sich die echten Entgleisungen auf der politischen Bühne ab. Hier ein kleiner Realitätscheck für den Tellerrand:
| Aktion / Aussage | Wer? | Warum die echte Entgleisung? |
| „Deutschland ist krank vor Faulheit“ | Carsten Linnemann (CDU) | Diffamiert Kranke und Burnout-Opfer, während das reichste 1% mehr besitzt als die unteren 50%. |
| „Lifestyle-Teilzeit stoppen“ | FDP-Wirtschaftspolitiker | Bestraft Geringverdiener, während Milliardäre Steuerlücken als „Hobby“ pflegen. |
| Privatjet-Subventionen | Kanzleramt (Merz-Regierung) | Reiche werden entlastet, während Normalbürger $CO_2$-Preise schlucken – das ist die wahre „faule-Eier-Rhetorik“. |
| Verhaftung wegen vulgärer Schilder | Polizei (Demo, 05.03.2026) | Ein „Leck Eier“ eines Schülers führt zur Festnahme, während politische Hetze als „pointierte Debatte“ gilt. |
Das sind Aussagen und Handlungen, die reale Gruppen verletzen, gesellschaftliche Spaltungen zementieren und mit Doppelmoral glänzen. Unser Plakat? Es fordert niemanden zur Kasse, es kürzt keine Renten und es privatisiert keine Krankenhäuser. Es feiert schlicht die Freiheit. Dass das für euch nicht „satirisch genug“ ist, sagt mehr über euren Horizont aus als über unsere Kampagne.
Unser Programm in drei Worten: Selbstliebe. Freiheit. Ehrlichkeit.
Die Reaktionen auf der Straße? Begeisterung, Kopfschütteln, Selfies – genau wie Demokratie schmecken soll. Die selbsterklärte Seriosität mancher Zeitungen hat es bisher immer verkraftet und musste sich rückblickend oft eingestehen, dass sie viel zu lange viel zu steif war.
Liebe Lokalredaktion: Wer Provokation nur akzeptiert, wenn sie eine Krawatte weglässt, hat den Sinn von Satire nicht verstanden. Die Zeiten waren andere. Und sie sind es wieder. Wir bleiben dabei: Jeder soll machen, was er will.
Und wenn das für einige wie „faule Eier“ schmeckt – nun, vielleicht ist die Zeit der faulen Eier einfach gekommen, um den verkrusteten Polit-Betrieb ordentlich durchzuschütteln.
Die PARTEI Heidenheim
#LandtagswahlBW2026 #DiePARTEI #FicktEuchDochAlle #Selbstliebe #DoppelmoralStoppen #Tellerrand #KorianderDebatte
Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Wir finden es rührend, dass ihr unser Plakat „ungelesen“ nennt, während ihr einen ganzen Artikel darüber schreibt. Wir lesen euch ja auch – und wir haben sogar bis zum Ende durchgehalten. Ganz ohne Würgereflex. 😉










